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Der amerikanische Westen in Bronze, 1850-1925

18. Dezember 2013 bis 13. April 2014

Um 1900 waren Darstellungen von Indianern, Cowboys und Kavallerien, Pionieren und Goldschürfern sowie Tieren der Prärie und Bergen begehrte Sammelobjekte. Die Ausstellung The American West in Bronze, 1850-1925, thematisiert anhand von 65 Bronzeskulpturen von 28 Künstlern die Popularität von Statuetten zum amerikanischen Westen. Zu den in der Ausstellung vertretenen Künstlern gehören Solon Hannibal Borglum, James Earle Fraser, Edward Kemeys, Frederick William MacMonnies, Paul Manship, Alexander Phimister Proctor, Frederic Remington, Charles M. Russell, Charles Shreyvogel und andere.

Die Ausstellung wurde von der Peter Jay Sharp Foundation, der Henry Luce Foundation, der Terra Foundation for American Art und der Enterprise Holdings Endowment finanziert.

Die Schau wurde vom Metropolitan Museum of Art, New York, unter Mitwirkung des Denver Art Museum zusammengestellt.

Der Katalog wurde von den William Cullen Bryant Fellows of the American Wing finanziert.

Überblick über die Ausstellung

Von der Mitte des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts veränderten sich im Zuge der Industrialisierung und Einwanderungen nicht nur die Ostküstenstädte der USA, sondern allmählich auch der Westen des Landes. Der berühmte Bildhauer Frederic Remington, der sich mit Themen des Westens beschäftigte, sagte 1907 in nostalgischem Ton: „Mein Westen entledigte sich schon so lange der Existenz, dass er wie ein Traum erscheint. Er hat seinen Hut aufgesetzt, die Möbel abgedeckt und ist losmarschiert. Der Vorhang fiel, und ein neuer Akt hat begonnen.“

Während vieler in der Ausstellung thematisierten Jahre zwischen 1850 und 1925 spielte Nostalgie für die Künstler, die sich mit Themen des Westens beschäftigten, eine wichtige Rolle. In diesem Zeitraum haben Indianer und Tiere nie an Beliebtheit verloren, wobei Cowboys in Form von Skulpturen jedoch erst nach 1890 in Erscheinung traten. Siedler wurden sogar erst zur Jahrhundertwende regelmäßig dargestellt.

Indianer

Zu den Repräsentationen der Indianer in den Skulpturen dieses Zeitraums gehören Portraits, Lebensaufzeichnungen und Arbeiten mit einer eher universellen Botschaft. Hermon Atkins MacNeils Moqui Prayer for Rain (1895-96) geht auf eine Reise nach Arizona zurück, wo er in Oraibi auf dem Plateau des Tafelberges das jährliche Regengebet der Moqui (Hopi) erlebt hatte. Der hurtige Sprinter trägt Schlangen, die sich um seine Arme und sogar in seinen Haaren winden. Die Schlangen sind ein Symbol für Blitze, die das trockene Klima mit Regen versorgen. Paul Manships Indian Hunter and His Dog (1926), ist in einer stromlinienförmigen modernen Ästhetik wiedergegeben, und repräsentiert den sorgenfreien Geist von jungen Erwachsenen. Und der müde Indianer, der in James Earle Frasers End of the Trail (1918) deprimiert von seinem dem Wind ausgesetzten Pony zusammengesunken ist, ist ein ergreifender Kommentar zum Eingesperrtsein der Indianer in den Reservaten.

Tiere

Darstellungen von in freier Wildbahn lebenden Tieren im Westen – Bisons, Panther, Bären, Elche und Wölfe – wurden zur selben Zeit beliebt, als viele Arten vom Aussterben bedroht waren. Der nordamerikanische Bison stand stellvertretend für viele bedrohte Tierarten. Von ursprünglich Millionen von Exemplaren wurden so viele rücksichtslos abgeschlachtet, dass nach 1880 nur noch wenige Hundert übrig waren. Henry Merwin Shradys Buffalo (1899) stellt eindrucksvoll die majestätische Haltung und das dicke Fell dieses Königs der Prärie dar. Manche Bildhauer reisten in den Westen, um Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, während andere sich mit einem Ausflug in den Zoo begnügten. Alexander Phimister Proctors dramatischer Stalking Panther (1891-93) entstand nach dem Abschuss eines Panthers während einer Wildexpedition in Colorado und wurde während eines späteren Aufenthalts in Paris fertiggestellt. Solon Hannibal Borglum war bekannt für seine ergreifenden Abbildungen der Bindung zwischen Menschen und Pferden des Westens. Dies trifft für einen Indianer, der sich in On the Border of the White Man’s Land (1899) hinter seinem Pferd verschanzt, genauso zu wie für einen Cowboy, der sich in The Blizzard (1900) mit seinem Reittier zusammenkauert.

Cowboys

Frederic Remington setzte mit seiner ersten und bekanntesten Skulptur The Broncho Buster (1895) den Maßstab dafür, wie Künstler Cowboys porträtierten. In diesem Werk sehen wir, wie ein raubeiniger Cowboy einen Mustang zähmt. Charles M. Russell, der noch zu Lebzeiten als „Cowboykünstler“ gefeiert wurde, zeigt mit Smoking Up (1904) einen Revolver schwingenden Cowboy auf seinem Pferd, das sich nach dem Feuern der Waffe aufbäumt. Der Westen der USA gehörte in der Geschichte des Films von Anfang an mit dazu. In Charles Cristadoros Portrait von William S. Hart (1917) ist der Schauspieler in einer Gestalt wiedergegeben, die bei Stummfilmen zu seiner Berühmtheit beitrug und ihm den Namen „Zweiwaffen-Bill“ verlieh.

Goldschürfer und Pioniere

Mit dem Beginn des kalifornischen Goldrausches 1848 und dem Bau der transkontinentalen Eisenbahn, die 1869 fertiggestellt wurde, zogen immer mehr Menschen in den Westen. Die Bildhauer ließen sich von den echten und imaginären Abenteuern der unerschütterlichen Siedler, Kundschafter und Handelsleute inspirieren. Frederick William MacMonnies‘ Pferdestatuette von Kit Carson (ca. 1907-11) huldigt dem kühnen Eroberer des Wilden Westens, der von den Tageszeitungen als Volksheld mythologisiert wurde. In seinem Modell (1927) für das Denkmal Pioneer Woman für Ponca City, Oklahoma, betont Bryant Baker die Beiträge von Frauen zur Besiedlung des amerikanischen Westens. Die junge Mutter bewegt sich vorwärts und führt ihren Sohn an der Hand. Sie hält eine Bibel und einen Sack. Dadurch verweist sie sowohl auf ihren Glauben vor dem Hintergrund eines kargen Daseins als auch auf ihren Stand als Heldin und Ernährerin.

Ausstellungstermine

Nach dem Auftakt der Ausstellung im Metropolitan Museum of Art werden die Werke auch im Denver Art Museum (9. Mai bis 31. August 2014) und im Nanjing Museum, China, (29. September 2014 bis 18. Januar 2015) zu sehen sein.

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