Deutsch

Statue einer verwundeten Amazone

1st–2nd century CE
On view at The Met Fifth Avenue in Gallery 153
In der griechischen Kunst wurden Amazonen häufig im Kampf mit mythologischen Helden wie Herkules, Achilles und Theseus abgebildet. Diese Statue zeigt eine Kriegerin, die ihre Waffen verloren hat und aus einer Wunde unter ihrer rechten Brust blutet. Ihr Chiton ist an einer Schulter gelöst und provisorisch mit einem Zügel um die Hüfte gebunden. Trotz ihrer verzweifelten Lage zeigt ihr Gesicht weder Schmerz noch Erschöpfung. Sie lehnt sich auf eine Säule und lässt ihren rechten Arm anmutig auf ihrem Haupt ruhen, eine Geste, die oft Schlaf oder Tod wiedergab.

Artwork Details

Object Information
  • Titel: Statue einer verwundeten Amazone
  • Datum: 1. – 2. Jhd. n. Chr.
  • Kultur: Römisch
  • Medium: Marmor
  • Dimensionen: H: 203,8 cm
  • Anerkennung: Schenkung von John D. Rockefeller Jr., 1932
  • Akzession Nr.: 32.11.4
  • Curatorial Department: Greek and Roman Art

Audio

Nur verfügbar in: English
Cover Image for 1035. Statue einer verwundeten Amazone

1035. Statue einer verwundeten Amazone

0:00
0:00

Die Amazonen waren legendäre Frauen, die besonders gut mit Pfeil und Bogen und mit Pferden umgehen konnten. In der Mythologie verlieben sich die Helden Theseus und Achilles in Amazonen, gegen die sie eigentlich gekämpft haben. Und wie deren Gegnerinnen stellt auch diese Statue einen ehrenhaften und schönen Feind dar. Anmutig und beherrscht lehnt sie leicht an einer Säule. Ihr Gesicht ist emotionslos und ihre Frisur sieht nicht gerade aus, als ob sie aus der Schlacht kommt. Sie trägt das typische kurze Gewand von männlichen Reitern und Soldaten. Jedoch ist ihre Bekleidung verrutscht und ihr Chiton an der linken Schulter gelöst, sodass beide Brüste nackt zu sehen sind. Ihr rechter Arm ist erhoben und ruht auf ihrem Kopf. Diese Geste kommt in der griechischen Kunst oft im Zusammenhang mit Schlafen und Sterben vor. Unterhalb ihrer rechten Achselhöhle strömt Blut aus einer Wunde.

Es gibt weitere Einzelheiten, die auf eine gewaltsame Begegnung hindeuten. Sie hat kein Pferd mehr und keinen Gürtel, um ihre Hüfte sind zerrissene Zügel gebunden. In der Mythologie verlor die Amazone Hippolyta ihren Gürtel im Kampf gegen Herakles. Also könnte es sich hier um Hippolyta handeln. Andererseits deutet ein verlorener Gürtel in der griechischen Mythologie auch auf Verlust von Jungfräulichkeit hin. Daher könnte es sein, dass diese Amazone nicht nur verletzt, sondern auch vergewaltigt wurde.

Wie viele andere Werke in diesem Raum ist auch diese Amazone eine Statue aus dem antiken Rom, die ein älteres, griechisches Vorbild kopiert. Der römische Schriftsteller Plinius beschreibt einen Wettstreit zwischen zwei berühmten Bildhauern im fünften Jahrhundert vor Christus, bei dem es darum ging, wer die beste Amazone machen konnte. Diese Statue hier ist wahrscheinlich die Nachbildung einer der Amazonen, die sie für ihren Wettstreit angefertigt haben.

More Artwork

Research Resources

The Met provides unparalleled resources for research and welcomes an international community of students and scholars. The Met's Open Access API is where creators and researchers can connect to the The Met collection. Open Access data and public domain images are available for unrestricted commercial and noncommercial use without permission or fee.

To request images under copyright and other restrictions, please use this Image Request form.

Feedback

We continue to research and examine historical and cultural context for objects in The Met collection. If you have comments or questions about this object record, please contact us using the form below. The Museum looks forward to receiving your comments.

Send feedback