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Model of a Granary with Scribes, Wood, plaster, paint, linen, grain

102. Modelle aus dem Grab des Meketre

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Im Jahre 1920 arbeitete der Ägyptologe Herbert Winlock im Auftrag des Museums an der Räumung einer Grabanlage, die schon vor ewigen Zeiten geplündert worden war — bis Winlocks Team plötzlich eine Nebenkammer entdeckte, die gut verborgen über 4000 Jahre unberührt überstanden hatte. Seinen ersten Blick in die Kammer beschrieb er so:
„Alles, was man sah, war ein grober Felsspalt, aber als wir uns einer nach dem anderen auf den Boden legten und mit einer Lampe in den Felsriss leuchteten, tauchte vor uns ein erstaunlicher Anblick auf, von dem ein Ausgräber kaum zu träumen wagt. Zuerst ahnten wir kaum, was wir da sahen. Aber eines stand fest: Wir hatten eine kleine, völlig unberührte Kammer entdeckt, vollgepackt mit einer Unzahl von kleinen, bunt bemalten Mensch- und Tierstatuetten und Bootsmodellen.“
An der Wand dieser Galerie sehen Sie eine große Schwarzweiß-Fotografie, die zeigt, wie diese Boote, Miniaturszenen und Statuetten gefunden wurden. Und wenn Sie sich in diesem Raum weiter umsehen, werden Sie viele dieser Funde entdecken — selbst nach 4000 Jahren noch in makellosem Zustand erhalten.
Zum Beispiel die niedrige Vitrine in der Nähe des Fotos. Sie enthält einen Garten mit Teich und daneben eine geschäftige Bäckerei und Brauerei, wo verschiedene Arbeitsschritte gleichzeitig ablaufen: Da wird Getreide geschrotet und gemahlen, Brot gebacken und Bier in Flaschen abgefüllt. Achten Sie auf die Hände der Männer, die den Teig kneten — sie sind weiß bemalt, weil sie mit Mehl bestäubt sind. Etwas weiter stoßen wir auf einen Kornspeicher, ein Schlachthaus und einen Stall. Diese uralten Modelle gehörten zu den Grabbeigaben für Meketre, einen hohen altägyptischen Beamten. Sie sollten ihm Nahrung für das Fortleben im Jenseits geben und die erforderlichen Rituale ermöglichen.
Meketre besaß auch eine ganze Flotte von Booten, die Sie auf der anderen Seite des Raums sehen. Aber bevor Sie diese Galerie verlassen, werfen Sie bitte noch einen Blick auf die große Figur in der Mitte des Raums, die Opfergaben trägt. Sie ist die künstlerisch markanteste Gestalt der Gruppe, ein wahres Meisterwerk der Holzschnitzerei. Gehen Sie um die Skulptur herum und achten Sie auf ihren Rücken, den Schwung der Hüften, während sie voranschreitet. Ihre federgeschmückte Bekleidung und ihre Größe lassen vermuten, dass es sich bei dieser Opferbringerin sogar um eine Göttin handeln könnte.
Während Sie die Figur betrachten, möchte ich Ihnen erzählen, wie diese Objekte in den Besitz des Museums gekommen sind. Drücken Sie dazu bitte auf die Play-Taste, bevor wir uns zum nächsten Stopp, dem Tempel von Dendur, begeben.

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