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Tempel von Dendur

Roman Period
completed by 10 B.C.
On view at The Met Fifth Avenue in Gallery 131
Den Tempel von Dendur erhielten die USA von Ägypten als Dankesgeschenk für die Hilfe beim Erhalt der nubischen Monumente. Wäre er nicht abgetragen worden, wäre er hinter dem Asuan-Staudamm vom Nil überschwemmt worden. Obwohl klein im Vergleich zu seinen imposanten Gegenstücken in Ägypten, verfügt Dendur über alle wichtigen Tempelteile: ein Tor, einen Pronaos (Portico bzw. Vorhalle), eine Opferkammer und ein Heiligtum. Die Säulen weisen Pflanzenkapitelle auf und die Wandreliefs zeigen den Pharao bei der Opfergabe an die Götter.

Artwork Details

Object Information
  • Titel: Tempel von Dendur
  • Zeitraum: Römische Epoche
  • Datum: ca. 15 v. Chr.
  • Geografie: Nord-Nubien, Dendur
  • Medium: Äolischer Sandstein
  • Dimensionen: L. vom Tor zur Rückwand 25 m
  • Anerkennung: 1965 Schenkung von Ägypten an die USA, 1967 dem Metropolitan Museum of Art übergeben und 1978 Installation im Sackler-Flügel
  • Akzession Nr.: 68.154
  • Curatorial Department: Egyptian Art

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103. Das Met Fifth Avenue, Führung zu den Meisterwerken, 1. Stock

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Wir stehen hier vor einem der größten Anziehungspunkte unseres Museums — dem Tempel von Dendur. Die Fassade wird von zwei Säulen mit floralen Kapitellen dominiert, die eine altägyptische Vorstellung zum Ausdruck bringen: Ein Tempel stellt die Welt dar, mit Pflanzen, die aus der fruchtbaren Erde (dem Tempelboden) gen Himmel (dem Tempeldach) wachsen. Die Wände des Tempelbaus und des Pylons sind mit Reliefs verziert, die den Pharaoh bei der Darbringung von Opfergaben an die Götter darstellen. Der Tempel von Dendur entstammt einer Spätphase der altägyptischen Architektur. Bei dem dargestellten Pharaoh handelt es sich eigentlich um den römischen Kaiser Augustus, denn zu jener Zeit — vor etwa 2000 Jahren — gehörte Ägypten zum Römischen Reich. Von seiner Funktion und Erscheinung her ist der Tempel jedoch ein rein ägyptisches Kulturgut.
Im Gegensatz zu religiösen Bauwerken neuerer Zeit wurden die altägyptischen Tempel nicht errichtet, um Menschen einen Ort zum Beten zu geben. Vielmehr galten sie als Aufenthaltsorte der Götter, wo tagtäglich rituelle Handlungen vollzogen wurden — idealerweise vom König, wobei in der Praxis meist Priester an seine Stelle traten. Wenn Sie einen Blick ins Innere werfen, werden Sie sehen, dass wir deshalb dort die Statue einer Priesterin aufgestellt haben. Im Altertum bewahrte man in den hinteren Tempelräumen Statuen der wichtigsten Götter in Schreinen auf. Doch bei religiösen Festen durfte auch das Volk die Gottheiten sehen, wenn die Statuen auf der Terrasse über dem Nil aufgestellt wurden.
Dieser relativ kleine aber eindrucksvolle Tempel stand einmal in Dendur, einem Ort am Ufer des Nils in Nubien, ganz im Süden Ägyptens. Als in den sechziger Jahren der Assuan-Staudamm gebaut wurde, drohten viele Baudenkmäler in dem riesigen künstlichen See zu versinken. Die Vereinigten Staaten trugen zur Rettung der nubischen Monumente bei, und aus Dank schenkte die ägyptische Regierung dem amerikanischen Volk diesen Tempel, der sonst vielleicht für immer verloren gegangen wäre. Dieser Flügel des Museums wurde eigens errichtet, um das antike Bauwerk zu beherbergen — sodass wir hier in New York Gelegenheit haben, einen echten ägyptischen Tempel zu bewundern. *
Unser nächster Stopp führt in ein ganz anderes Gebiet, in den Amerikanischen Flügel des Museums.

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