Audio Guide

Ia Orana Maria (Hail Mary), Paul Gauguin (French, Paris 1848–1903 Atuona, Hiva Oa, Marquesas Islands), Oil on canvas
Nur verfügbar in: English

6009. La Orana Maria, (Gegrüßet seist Du, Maria)

0:00
0:00

SUSAN STEIN: Dies ist das erste große Gemälde, das Gauguin auf Tahiti gemalt hat. Der Titel, „La Orana Maria“, wurde vom Künstler selbst unten eingefügt. Es handelt sich um die ersten Worte, mit denen der Erzengel Gabriel die Jungfrau Maria anspricht, im lokalen Dialekt:„Gegrüßt seist du, Maria“.

KEITH CHRISTIANSEN: Obgleich Gauguin hier ein christliches Thema behandelt, hält er sich nur teilweise an etablierte Normen: Die Heiligenscheine von Mutter und Kind, zum Beispiel, und die von Blattwerk teilweise verdeckte Engelsfigur links.

SUSAN STEIN: Alles andere in diesem Bild, einschließlich des Titels, entspricht der tahitischen Formensprache.

KEITH CHRISTIANSEN: In einem Brief aus dem Jahre 1892 beschreibt Gauguin sein Gemälde:

SUSAN STEIN: „Ein Engel mit gelben Flügeln zeigt Maria und Jesus, beide Tahitier, zwei tahitischen Frauen, Akte gekleidet in Pareus, einer Art Stofftuch, das mit Blumenmuster bedruckt ist und um die Hüfte gewickelt wird. Sehr düsterer, bergiger Hintergrund und blühende Bäume, ein dunkler, violetter Pfad, ein smaragdgrüner Vordergrund mit Bananen links. Ich bin sehr zufrieden damit.“

Gaugauin wollte mit diesem Gemälde Eindruck erwecken, vielleicht sogar schockieren. Er zeigt einen perfekten Blick auf tropische Pracht, mit Kokospalmen, Malven, weiteren roten Blumen und reichlich Obst, darunter Brotfrucht sowie gelbe und wilde rote Bananen, eine Delikatesse. Der westliche Betrachter sieht unweigerlich ein Paradies und die erstaunliche Kombination mit einem ungewöhnlich ausgeführten biblischen Thema.