Garten in Sainte-Adresse

1867
On view at The Met Fifth Avenue in Gallery 818
Monet verbrachte den Sommer 1867 im Badeort Sainte-Adresse am Ärmelkanal. Dort malte er dieses Bild, welches glatte, traditionell erstellte Aspekte mit sprudelnden Stellen schneller, kurzer Pinselstriche und Tupfer reiner Farben miteinander kombiniert. Der gehobene Blickwinkel und die relativ gleichmäßigen Größen der horizontalen Bereiche verstärken die flaggenartige Schlichtheit der Komposition, die der Künstler später „das chinesische Gemälde mit Flaggen" nannte. Gebildeten Zuschauern in den 1860ern kämen hier japanische Farbholzschnitte in den Sinn, welche Monet, Manet, Renoir, Whistler und andere in ihren Kreisen mit Begeisterung sammelten. Ein Druck des japanischen Künstlers Hokusai, der diese Komposition möglicherweise inspirierte, befindet sich noch heute in Monets Haus in Giverny. Die fast unmerkliche Spannung, die sich aus der Kombination von Illusionismus und der Zweidimensionalität der Oberfläche ergibt, blieb ein wichtiges Merkmal von Monets Stil.

Artwork Details

Object Information
  • Titel: Garten in Sainte-Adresse
  • Künstler: Claude Monet, Frankreich, 1840–1926
  • Datum: 1867
  • Medium: Öl auf Leinwand
  • Dimensionen: 98,1 x 129,9 cm
  • Anerkennung: Neuerwerb mit spezieller Unterstützung und Geldmitteln von Freunden des Museums, 1967
  • Akzession Nr.: 67.241
  • Curatorial Department: European Paintings

Audio

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6410. Garten in Sainte-Adresse

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SUSAN STEIN: 1867 verließ der 26-jährige Monet Paris wegen finanzieller Probleme. Er konnte weder seine Rechnungen bezahlen noch mit einer bevorstehenden Vaterschaft fertig werden. Auch von seiner schwangeren Geliebten wollte er nichts wissen und verbrachte stattdessen den Sommer im Haus der Familie in Sainte-Adresse an der Küste der Normandie.

KEITH CHRISTIANSEN: Dort malte er diese wundervolle, vom Sonnenlicht beleuchtete Szene. Offensichtlich standen Verwandte von Monet für das Bild Modell: Sein Vater ist sitzend mit einem Panamahut zu sehen. Des Weiteren sind zwei Cousinen und ein Onkel im Bild. Das Gemälde strahlt eine Art vertraute Ruhe aus, die im Gegensatz zur Notlage von Monet zu sein scheint. Auch die angesichts seiner Beziehung mit seinem Modell und zukünftiger Frau Camille auf die Probe gestellte Geduld der Familie kommt darin nicht zum Ausdruck.

SUSAN STEIN: Sein sonniger Optimismus, sein enormes Talent und sein Ehrgeiz scheinen die Oberhand zu haben.

Monets ikonische Szene des modernen Lebens galt damals als sehr gewagt. Der Künstler entschied sich bei dem Bild für die Vogelperspektive, wahrscheinlich aus dem ersten Obergeschoss des väterlichen Hauses. Er verwendete reine, satte Farben, eine aufgeteilte Perspektive und brillante Kontraste zwischen dem gelben Sonnenlicht und den blaugrauen Schatten.

Durch den leicht erhöhten Blickwinkel und eine Komposition innerhalb eines horizontalen Bandes relativ ähnlicher Größenverhältnisse – Terrasse, Meer und Himmel – betonte Monet die zweidimensionale Qualität des Gemäldes. Die Flaggen, vor allem die Trikolore rechts, bilden eine unterhaltsame kompositorische Analogie.

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